20:00 - 23:30
Willy-Brand Platz 3
50679, Köln
Die Rap-Revolution
„En garde, I'll let you try my Wu-Tang style!” Es war 1993, als eine neunköpfige East-Coast-Crew die Festen der Hip-Hop-Musik erschütterte: Der New Yorker Wu-Tang Clan, bestehend aus RZA, GZA, Method Man, Raekwon, Ghostface Killah, Inspectah Deck, U-God, Masta Killa und Ol' Dirty Bastard schlägt mit seinem Debütalbum „Enter the Wu-Tang (36 Chambers)“ in der Szene ein wie Bruce Lees Todesfaust in der Visage seiner bemitleidenswerten „Gegner“. Zu einer Zeit, da der Hip-Hop immer mehr in Richtung Pop abdriftet, statuieren die Glorreichen Neun aus Staten Island und Brooklyn ein düsteres Exempel und liefern mit ihren feisten Posse Cuts den garstigen Gegenentwurf zum glattpolierten Bling-Bling-Gangster-Rap-Klischee. Mit ihren düsteren Sample-Beats, einer surrealen Mischung aus Samurai- und Five-Percenter-Themen und den unterschiedlichen Rap-Styles der einzelnen MCs definiert der Wu-Tang Clan sein eigenes Universum, das später durch die erfolgreiche Modemarke Wu-Wear erweitert wird und auch in diesem Bereich wegweisend für die Hip-Hop-Kultur ist.
Clan-Mitglieder auf Solopfaden
Nach einigen erfolgreichen Solo-Projekten der einzelnen Mitglieder, die wie Method Mans „Tical“, Old Dirty Bastards „Return to the 36 Chambers: The Dirty Version“ oder Raekwons "Only Built 4 Cuban Linx" zu gefeierten Genre-Klassikern avancieren, legt der Clan 1997 nach: Mit dem zweiten Album „Wu-Tang Forever“ stürmen RZA und Co. die Spitze der US-Charts und werden für den Grammy nominiert – und das, ohne ihren erdrückend düsteren Style zugunsten besserer Vermarktbarkeit zu kompromittieren. Stattdessen rüsten die Rapper ihren Sound auf und fügen ihren hypnotischen Tracks Elemente wie Streicher und Keyboards hinzu.
Lang lebe der Clan!
Auch wenn die Verkaufszahlen und Chartpositionen im Laufe der Jahre, in denen „The W“ (2000), „Iron Flag“ (2001), „8 Diagrams“ (2007) und Ende 2014 „A Better Tomorrow“ erscheinen, sinken und der Drogentod von Ol' Dirty Bastard im Jahr 2004 sowie Fehden der einzelnen Mitglieder untereinander die Band erschüttern, steht der Wu-Tang Clan immer noch wie ein unzerstörbarer Monolith in der wechselhaften Brandung des Hip-Hop-Genres: Wie nur wenige andere Ostküsten-Crews haben die Wus die Rap-Geschichte geprägt und stehen heute in einer Reihe mit Legenden wie Public Enemy, The Notorious B.I.G., Mobb Deep, Nas oder – auf der anderen Seite des Kontinents – Cypress Hill, Ice-T und Tupac Shakur. Also nicht verpassen, wenn es zum letzten Mal ‚Wu-Tang Forever!‘ heißt


